Projekt-Steckbrief
Standort: 14542 Werder (Havel), Brandenburg
Objekt: Scheune & Mehrfamilienhaus
Umfang: Entkernung, Abbruch, vollständige Entsiegelung (ca. 5.000 m²) & Schadstoffsanierung
Bauweise Rückbau: Kombination aus händischen Arbeiten und maschinellem Rückbau
Dauer: ca. 3 Wochen
Team: 15 Mitarbeitende
Auftraggeber: Privatkunde
Ausgangslage
Auf dem Grundstück in Werder (Havel) befanden sich ein Mehrfamilienhaus sowie eine Scheune in sanierungsbedürftigem Zustand. Ziel war es, beide Bestandsgebäude vollständig zurückzubauen und das Areal im Anschluss umfassend zu entsiegeln, sodass eine neue Nutzung bzw. Neuplanung möglich wird. Neben den Baukörpern waren auch befestigte Flächen, Betonbereiche sowie stark bewachsene Zonen zu berücksichtigen – inklusive Wurzelwerk und Vegetationsresten, die für die künftige Flächenherstellung entfernt werden mussten.
Projektdurchführung in Schritten
1) Baustelleneinrichtung & Absicherung
Zu Beginn wurde die Baustelle so organisiert, dass Arbeiten, Materiallagerung und Abtransporte sicher und klar getrennt ablaufen konnten. Die Absicherung zur Straße hatte dabei Priorität: Schutzbereiche, geregelte Wegeführung und laufende Kontrolle sorgten dafür, dass weder Passanten noch Verkehr in den Arbeitsbereich gelangen konnten.
2) Schadstoffsanierung: Dachpappe & Asbest
Im nächsten Schritt erfolgte der fachgerechte Ausbau der belasteten Materialien. Dachpappe wurde separiert zurückgebaut und als eigene Fraktion geführt. Asbesthaltige Bauteile wurden unter den vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen ausgebaut, staubarm gehandhabt, ordnungsgemäß verpackt und dem vorgeschriebenen Entsorgungsweg zugeführt.
3) Entkernung des Mehrfamilienhauses bis Rohbau
Parallel bzw. anschließend wurde das Mehrfamilienhaus bis auf den Rohbauzustand entkernt: Heizkörper, Fenster, Türen und Bodenbeläge wurden ausgebaut, Materialien sortiert bereitgestellt und direkt in getrennten Fraktionen abgefahren. So war früh sichergestellt, dass die späteren Abbrucharbeiten effizient und ohne unnötige Vermischung erfolgen konnten.
4) Abbruch der Scheune und tragender Konstruktionen
Der Abbruch der Scheune erfolgte kombiniert – dort, wo es sinnvoll und sicher war, maschinell; in sensiblen Bereichen ergänzend händisch. Tragende Bauteile wurden kontrolliert gelöst, damit angrenzende Bereiche sowie der Straßenraum jederzeit geschützt blieben.
5) Rückbau befestigter Flächen: vollständige Entsiegelung
Ein zentraler Teil des Projekts war die Entsiegelung: Beton- und sonstige befestigte Flächen wurden aufgenommen und entfernt. Die entstehenden Materialien aus der Entsiegelung wurden gesammelt, getrennt und entsprechend entsorgt – mit Blick auf hohe Mengen und eine saubere Abgrenzung der Fraktionen.
6) Rodung & Flächenbereinigung
Im Zuge der Flächenfreilegung wurden Wurzeln, Büsche, Äste und Bewuchs entfernt. Damit konnte das Gelände vollständig bereinigt und für die abschließende Profilierung vorbereitet werden.
7) Logistik, Trennung & laufender Abtransport
Durch die großen Mengen an Bauschutt, Holz und Entsiegelungsmaterial war eine eng getaktete Logistik entscheidend. Abfälle wurden konsequent nach Materialgruppen getrennt, zwischengelagert und kontinuierlich abgefahren, damit die Baustelle beweglich blieb und der Baufortschritt nicht durch Materialstau gebremst wurde.
8) Abschlussarbeiten & Grobprofilierung
Zum Projektabschluss wurde die Fläche vollständig bereinigt und als Grundlage für die weitere Nutzung vorbereitet. Das Ergebnis: ein freigeräumtes Grundstück mit klaren Höhen und sauberem Bauzustand – bereit für die nächsten Planungsschritte.
Entsorgung (ca. Angaben)
| Fraktion | Menge | Spezifischer Entsorgungsweg |
|---|---|---|
| Bauschutt / mineralischer Abbruch | ca. 1.000 t | Recyclinganlage: Brechen & Aufbereitung zu RC-Material |
| Holzabfall | ca. 300 m³ | Altholz-Aufbereitung (A-Klassen) / stoffliche Verwertung bzw. Biomasseanlage (je nach Qualität) |
| Baumischabfall | ca. 10 t | Sortieranlage: Trennung nach verwertbaren Anteilen, Rest thermische Verwertung |
| Gemischte Abfälle aus Entsiegelung | ca. 280 m³ | Annahmeanlage/Sortierung, mineralische Anteile in Aufbereitung, Restfraktionen nach Vorgabe |
| Dachpappe | ca. 20 t | Getrennter Entsorgungsweg: zugelassene Verwertung/thermische Behandlung (abhängig von Analyse) |
| Asbesthaltige Materialien | ca. 5 t | Deponierung als gefährlicher Abfall (zugelassene Deponie, Nachweisführung) |
Besonderheiten / Herausforderungen
- Direktlage an einer stark befahrenen Hauptstraße – Schutz und Ablauf mussten jederzeit verkehrssicher bleiben
- Rückbau der rückwärtigen Wand unter besonderer Vorsicht
- Kombination aus Entkernung, Abbruch und großflächiger Entsiegelung in einem Projekt
- Hoher logistischer Aufwand durch sehr große Abfallmengen und konsequente Materialtrennung
- Schadstoffsanierung (Dachpappe, Asbest) mit separaten Entsorgungswegen und Nachweisführung
Mehrwert für den Auftraggeber (Privatkunde)
- Komplettlösung aus einer Hand: Entkernung, Abbruch, Entsiegelung, Entsorgung
- Sichere Abwicklung trotz Straßenlage: kontrollierte Ausführung ohne Verkehrsbeeinträchtigung
- Rechtskonforme Schadstoffentsorgung: getrennte Prozesse inkl. Nachweisführung
- Planbare Logistik: strukturierter Abtransport auch bei hohen Massen/Volumen
Fazit
Durch die enge Verzahnung von Entkernung, Abbruch und Entsiegelung sowie die konsequente Trennung der Materialien konnten wir das Projekt in Werder (Havel) innerhalb von rund drei Wochen vollständig abschließen – inklusive Schadstoffsanierung und großflächiger Wiederherstellung der befreiten Grundstücksfläche. Das Ergebnis: ein vollständig geräumtes, entsiegeltes Areal mit klarer Ausgangsbasis für die nächste Planungs- und Bauphase.